Wenn plötzlich nichts mehr geht – ein Cyberangriff auf meine Website(n)
Man denkt ja immer, so etwas passiert nur großen Unternehmen. Banken, Konzernen oder irgendwelchen Onlineshops. Aber einer kleinen Website für Hundefotografie? Was soll es da schon zu holen geben?
Tja. Offenbar mehr, als man denkt.
Meine Website hundefotografie.de (meine Seite von der Werbeagentur leider auch ;-)) wurde Opfer eines Hackerangriffs.
Und was zunächst wie ein harmloses technisches Problem aussah, entwickelte sich zu einem ausgewachsenen Albtraum.
Plötzlich funktionierte nichts mehr
Es fing damit an, dass meine Fotogalerien nicht mehr richtig angezeigt wurden. Manche Seiten blieben einfach weiß, andere waren überhaupt nicht mehr erreichbar. Fehlermeldungen tauchten auf, Updates funktionierten nicht mehr und selbst die Datensicherung machte Probleme.
Also begann ich nach der Ursache zu suchen.
Dabei stellte sich heraus, dass sich auf meinem Webspace eine unglaubliche Menge verdächtiger Dateien befand. In zahllosen Verzeichnissen, teilweise sogar zwischen meinen Fotos, lagen PHP-Dateien, die dort ganz offensichtlich nichts zu suchen hatten.
Je genauer wir hinsahen, desto deutlicher wurde: Hier war nicht einfach nur ein Plugin kaputt.
Meine Website war kompromittiert worden.
Wenn die eigene Arbeit plötzlich auf dem Spiel steht
Für Außenstehende ist eine Website vielleicht einfach nur eine Ansammlung von Bildern und Texten.
Für mich ist sie sehr viel mehr.
Ich habe meine Website vor Jahren selbst aufgebaut. Mit viel Geduld, unzähligen Stunden Arbeit und so mancher durchgemachten Nacht.
Jede Galerie, jede Seite, jedes Detail habe ich selbst gestaltet. Und natürlich stecken darin auch unzählige meiner Fotografien.
Der Gedanke, dass all das durch einen Hackerangriff verloren gehen könnte, war entsprechend wenig erfreulich.
Hinzu kam die Unsicherheit: Welche Dateien sind betroffen? Sind die Sicherungen überhaupt noch brauchbar? Kann man die Website retten, ohne sie komplett neu aufzubauen?
Und vor allem: Wie verhindert man, dass das Ganze gleich wieder passiert?
Tausende Dateien und jede Menge Nerven
Zwischenzeitlich habe ich Zehntausende Dateien gesichert, Datenbanken exportiert, FTP-Zugänge kontrolliert und mich durch Dinge gearbeitet, mit denen ich als Fotografin eigentlich herzlich wenig zu tun haben möchte.
Irgendwann war allerdings klar, dass hier professionelle Unterstützung nötig war.
Ein IT-Fachmann übernahm schließlich die Bereinigung der betroffenen WordPress-Installationen, untersuchte die Schadsoftware und kümmerte sich darum, die Websites wieder funktionsfähig zu machen.
Und tatsächlich: Meine Hundefotografie-Website läuft wieder. Auch die Fotogalerien sind zurück.
Was für eine Erleichterung!
Was ich daraus gelernt habe
Eine Website ist nicht automatisch sicher, nur weil sie jahrelang problemlos funktioniert hat.
Auch eine kleine, privat geführte Unternehmenswebsite kann Ziel eines Angriffs werden. Und regelmäßige Datensicherungen allein reichen nicht aus, wenn sich die Schadsoftware möglicherweise bereits in diesen Sicherungen befindet.
Deshalb gehören für mich künftig regelmäßige Updates, sichere Zugangsdaten, externe Backups und gelegentliche Sicherheitskontrollen ganz selbstverständlich dazu. Da habe ich in letzter ZEit etwas geschludert.
Nicht gerade die spannendsten Aufgaben für eine Fotografin. Aber offenbar notwendige.
Und jetzt?
Jetzt darf meine Website endlich wieder das tun, wofür sie ursprünglich gedacht war:
Hunde zeigen. Emotionen festhalten. Geschichten erzählen.
Und nicht meine Nerven ruinieren.
Solltet ihr in den vergangenen Tagen versucht haben, meine Website zu besuchen, und dabei auf leere Seiten, Fehlermeldungen oder nicht funktionierende Galerien gestoßen sein, wisst ihr jetzt, warum.
Vielen Dank für eure Geduld!
Und an die unbekannten Besucher, die sich ungefragt auf meinem Server breitgemacht haben:
Sucht euch bitte ein anderes Hobby. Ich fotografiere Hunde – ich sammle keine Hacker. 😉